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Erlebnis Untertage

Über Jahrhunderte fuhren die Knappen tief hinab, um Kupfer, Blei, Zink und Silber in den Südtiroler Bergwerken abzubauen.
Heute können Sie mit Helm und Stirnlampe ausgestattet, die „Unterwelt“ hautnah erkunden und sich ein Bild von der Arbeit der Bergleute machen.
Im aufgelassenen Stollen von Prettau im Tauferer Ahrntal wird das allergenfreie Klima im Berg zu Therapiezwecken genutzt.

Klimastollen Prettau:
"Spezielles Mikroklima"
In rund 1.200 Meter im Berginneren herrscht ein spezielles Mikroklima, das Personen mit Atemwegsproblemen sehr gut tut. Damit bei solchen Personen auch eine positive Wirkung erzielt werden kann, müssen Bergwerksstollen gewisse Qualitätsstandards erfüllen: Messungen vom Jahre 1991, durchgeführt von Prof. Dr. Deetjen, haben ergeben, dass im Klimastollen eine konstante Temperatur von etwa 9 Grad Celsius, eine sehr hohe relative Luftfeuchtigkeit von ca. 95 Prozent und eine sehr geringe absolute Luftfeuchtigkeit (ca. 8 Gramm Wasser pro Kubikmeter Luft) vorhanden sind. Weitere Messergebnisse ergaben, dass der Staubgehalt um den Faktor 20 unter dem Grenzwert der per Definition für reinste Atemluft deklarierten Werte liegt. Die Messungen des Gesamtschwebestaubes ergaben Werte zwischen 1,0 und 4,5 µg/m³. Luft mit weniger als 50 µ/m³ Staub erfüllt die Kriterien reinster Atemluft. Der Pollengehalt ist etwa um den Faktor 1.000 kleiner als in der Außenluft. Das heißt, dass wir im Klimastollen sauberste Atemluft vorfinden, die praktisch staub-, allergen- und pollenfrei ist.
„Speläotherapie“
Die so genannte „Speläotherapie“ findet seit ca. 200 Jahren in vielen osteuropäischen Ländern Anwendung. In Deutschland gibt es diese Therapieform seit ungefähr 50 Jahren, derzeit gibt es dort zwölf vergleichbare Stollen. Die Speläotherapie gehört zur Komplementärmedizin und ist in Italien noch nicht als Therapieform anerkannt. Aus diesem Grund wird nicht vom „Heilklimastollen“, sondern vom Klimastollen gesprochen. Es ist geplant, eine wissenschaftliche Studie durchzuführen, um den Nachweis zu erbringen, dass die Speläotherapie bei Personen mit Atemwegsproblemen tatsächlich therapeutisch wirksam ist.
Empfehlenswert ist ein regelmäßiger Aufenthalt von etwa zwei Stunden täglich für mindestens zwei Wochen.
 
Bergbaumuseum Ridnaun:
Auf einer Meereshöhe von 2500 Metern verbindet das Bergwerk das Ridnaun- mit dem Passeiertal. Rund 800 Jahre lang wurden im Gebirgsmassiv des Schneebergs Silber, Blei und Zink abgebaut, eine wirtschaftlich blühende Epoche, die als „Silberne Zeit Tirols“ in die Geschichte eingegangen ist. Im höchstgelegenen Bergwerk Tirols schürften bis zu 1000 Knappen in 70 Stollen unter härtesten Arbeits- und Lebensbedingungen.
Heute zeigt sich das Bergwerk Ridnaun als Museum zum Anfassen: drei unterschiedliche Erlebnistouren ermöglichen dem Besucher ein vielfältiges Bergbauerlebnis.
 
Pfunderer Bergwerk:
Ein Schritt in die Dunkelheit erhellt hundert Jahre Bergwerkgeschichte Villanders. Haben Sie schon einmal ein Stollenlabyrinth durchwandert, in dem jeder Stein von den Mühen eines Bergarbeiterlebens zeugt? Der Villanderer Museumsverein bietet Ihnen die einmalige Möglichkeit, im aufwändig restaurierten Elisabeth-Stollen des Pfunderer Bergwerks ein Stück Villanderer Vergangenheit nachzuvollziehen.
Im Jahre 1140 wurde das Bergwerk erstmals erwähnt, in dem Graf Arnold von Greifenstein und seine Gemahlin Adelheid den "mons argenti" (Silbergwerk) von Villanders dem neugegründeten Kloster Neustift bei Brixen übertrugen.
Im Jahre 1177 bestätigte Kaiser Friedrich I. Barbarossa in Venedig diese Schenkung, die dadurch erst Rechtskraft erhielt.
Zwölf Jahre später belehnte genannter Kaiser den Bischof Heinrich III. von Brixen (1178-1196) und dessen Nachfolger mit den im Stiftsgebiet befindlichen Silbergruben, von deren Ertrag dem Kaiser allerdings die Hälfte ausgehändigt werden musste.
Der Elisabeth-Stollen, den man besichtigen kann ist 1670 m lang und 1292 m hoch gelegen und wurde im 12. Jh. erstmals angeschlagen.
Innerhalb eines Höhenunterschiedes von 750 m wurden im Pfunderer Bergwerk 16 Stollen eingetrieben. Das gesamte Streckennetz misst 16,5 km, wobei 2/3 davon handgeschlagen und 1/3 mit Sprengpulver vorangetrieben wurden.
Abgebaut wurde Bleiglanz, Kupfer, Eisenkies, Zinkblende, Schwefelkies und Silber.
Jahresleistung eines Bergknappen: im Feldstein 8,27 m, in Diorit (Klausenit) 12,04 m, wobei die Arbeit meist kniend und liegend auf den Rücken verrichtet wurde. Sobald auf eine größere Erzlagerstätte gestoßen wurde, musste der Stollen fpr den Abtransport von Erzen oder des tauben Gesteins vergrößert werden.
Der Abtransport des Erzes wurde mit Kübeln oder Karren (Hund) getätigt. Auf einer Rolle (Rutsche) wurde das Gestein vom Mittelstollen nach unten in den Förderstollen geschüttet. Ein Kübel Erz wog an die 56 kg.
Die Lebenserwartung eines Bergknappen lag zwischen 35 und 40 Jahren.

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